Elsa Morante

Procida: „Arturos Insel“ – „L’isola di Arturo“
Lesemarathon mit Auszügen aus Elsa Morantes 1957 erschienenen Romans

Die Badische Landesbibliothek und die Deutsch-Italienische Gesellschaft e.V. Karlsruhe laden im Rahmen eines bundesweiten Lesemarathons am Freitag, dem 18. März 2022, um 19.00 Uhr zu einer Lesung des Romans  Arturos Insel – L’isola di Arturo in den Vortragssaal der Badischen Landesbibliothek ein.

Nach einer kurzen Einführung von Prof. Aldo Venturelli in Leben und Werk der italienischen Autorin Elsa Morante (1896–1957) hört das Publikum an diesem Abend ausgewählte Passagen aus ihrem 1957 erstmals veröffentlichten Roman sowohl aus dem italienischen Original als auch aus der 2016 erschienenen deutschen Neuübersetzung. Es lesen Dr. Giovanna Mungai und Olaf Engel von TEATRALIA EUROPA, Stuttgart.

Elsa Morante wurde am 18. August 1912 in Rom geboren und wuchs mit ihren drei jüngeren Geschwistern in dem volkstümlichen Viertel Testaccio am Tiber auf. Gefördert von ihrer Mutter veröffentlichte sie schon im Grundschulalter Gedichte und Geschichten und verließ mit achtzehn ihr Elternhaus, um Schriftstellerin zu werden. 1941 heiratete sie Alberto Moravia, der bereits ein etablierter Autor war.

Ihren Durchbruch hatte Morante mit dem Roman Lüge und Zauberei, der 1948 herauskam. Morante hielt bis zu ihrem Tod am 25. November 1985 an ihrem Verständnis von Literatur fest und wehrte sich gegen jede Art von Ideologie.

Elsa Morantes Roman Arturos Insel, im Original 1957 erschienen, mit dem Premio Strega ausgezeichnet und sofort ein großer Erfolg, wirkt wie aus der Zeit gefallen: ein Zaubermärchen voller Arabesken, eine verschlungene Erzählung über einen kleinen Jungen auf der Schwelle zum Erwachsenenalter. Elsa Morante beschrieb ihr Buch folgendermaßen: „Arturos Insel sollte so etwas wie Die Zauberflöte sein, nämlich die Geschichte eines Jungen, der alle Prüfungen, die das menschliche Leben bereithält, bestehen muss, um das Recht zu erlangen, zum Mann zu werden, also zu einem Helden.“ An anderer Stelle vergleicht sie Arturo mit Robinson Crusoe. Beide Hinweise helfen uns, die ungewöhnliche Geschichte, die in kreisenden Erzählbewegungen voranzuschreiten scheint, zu verstehen. Tatsächlich betreten wir einen mythischen Raum. Schauplatz ist die Insel Procida, die abseits der Zivilisation liegt. Der Lesemarathon wird eine Hommage an Procida als Kulturhauptstadt Italiens 2022 sein. 

Procida ist eine Insel im Golf von Neapel. Sie zählt zu den Phlegräischen Inseln und gehört zur Metropolitanstadt Neapel in Kampanien. Procida ist zugleich der Name des Hauptortes und einzigen Ortes. Was es mit der berühmten Karfreitagsprozession, zu der auch viele ehemalige Bewohner auf die Insel zurückkehren und dem ehemals berüchtigten Gefängnis auf der Terra Murata auf sich hat, erfahren wir ergänzend zum Lesemarathon in einem interessanten Vortrag von Dott. Antonio Mileo, Stuttgart.

Auf Initiative der VDIG (Vereinigung Deutsch-Italienischer Kultur-Gesellschaften e.V.) im Rahmen der Sprachoffensive Italienisch – oli – offensiva lingua italiana. Unter der Schirmherrschaft der Botschaft der Italienischen Republik Berlin und der Stadt Procida. Mit freundlicher Unterstützung des Verlags Klaus Wagenbach und © Elsa Morante Estate. Wissenschaftliche Beratung: Dr. Maike Albath.

Mit freundlicher Unterstützung durch die                                               

den Verlag                                       

und das

Veranstaltung am 18. März 2022

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